Weil Wirkstoff zu billig ist übernimmt die Krankenkasse nur die Hälfte der Kosten

Ich ging heute mit einem Rezept für Fieberzäpfchen (Paracetamol 75mg) für Leon in die Apotheke, als mir der Apotheker die Zäpfchen gab, sagte er: „Sie müssen bei diesem Medikament leider 1Euro zuzahlen!“, ich sagte was ist los? Das sind Fieberzäpfchen für meinen Sohn und der ist 7 Wochen alt und von jeglichen Zuzahlungen befreit und da fing er an mir das zu erklären und dann wurde es erst richtig interessant, denn das ist keine normale Zuzahlung sondern Mehrkosten die direkt auf den Kunden umgelegt werden, und das ist noch nicht alles …

Zu Erläuterung:

Ich hatte ein Rezept für Fieberzäpfchen namens „ben-u-ron“ die 75mg Paracetamol beinhalten für meinen Sohn Leon geboren am 01.03.2012. Und genau für diese Zäpfchen musste ich heute 1Euro zuzahlen, und das musste ich mir dann näher erklären lassen.

Der Apotheke erklärte mir, das es sich hier nicht um eine Zuzahlung im gesetzlichen Sinne handle, sondern um Mehrkosten die die Krankenkasse (in unserem Fall die AOK Plus in Sachsen) direkt an den Kunden weitergibt. Hört sich erst mal nicht schön an, kennt man aber schon aus vielen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens.

Skurill wird es jetzt aber erst, denn laut Apotheke ist der Wirkstoff der in den Zäpfchen enthalten ist einfach zu billig, d.h. es ist zu wenig Wirkstoff enthalten um den Preis von 2,06 Euro zu rechtfertigen, so sieht es zumindest die AOK. Und somit entstehen für den Kunden Mehrkosten von 1,00Euro.

Wenn man die Zäpfchen in der nächsten Stärke (Also Paracetamol 125mg) zum Vergleich nimmt, dann kostet die Packung mit 10 Zäpfchen nur noch 1,98Euro und wird in vollem Umfang von der Kasse übernommen. Weil hier mehr Paracetamol einhalten ist, dürfen diese dann auch mehr kosten. Also für 75mg Paracetamol will die AOK nur 1,06Euro ausgeben und da das die Firma bene Arzneimittel GmbH nicht zu diesem Preis liefern kann (So sagte mir der Apotheker, die Firma würde das nicht hinbekommen, den die Verpackung und der Wirkstoff, das wäre nicht möglich) muss der Kunde den Rest zuzahlen.

Ich habe die AOK Plus nun angeschrieben und Ihnen mitgeteilt, das ich dieses Thema in meinem Blog zur Diskussion stelle, und ich erwarte eine Stellungnahme zu diesem eigenartigen Fall.

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Hallo ich bin Enrico Baier, im besten Alter, Energiegeladen und voller Spannung! Beruflich versuche ich mich als Elektroinstallateur. Privat bin ich Vater von 3 Kindern. Neben meiner Familie betreibe ich noch das Hobby der Digitalen Fotografie, und wenn dann immer noch Zeit bleibt, nehme ich hier im Blog alles in Kreuzfeuer was mir so begegnet.

5 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Unser Gesundheitssystem nimmt immer skurrilere Formen an. Wir bekommen in der Praxis auch ständig von tollen Sachen erzählt, die sich einzelne Kassen einfallen lassen. Ich wünsche mir die zeit zurück, als es pro Jahr vier Scheine in Papierform gab. Der wurde abgestempelt und gut war. Diskussionen um Wirkstoffe und Generetika gab es nicht, und es hat jahrelang ganz wunderbar funktioniert.

    Liebe Grüße

    • Na ganz so wunderbar hat das nicht funktioniert. Alle Beteiligten, die den Kassen irgendwie (unverschämt) in den Geldbeutel greifen durften haben auch richtig zugegriffen. Dieses System funktionierte – zeitlich begrenzt. Halt wie bei einer Haushaltskasse auch: Ich kann solange SAFTIG rausnehmen, bis nix mehr drin ist.
      Mein Hausarzt hat mir z.B. Meine Haushaltsapotheke auf Kassenkosten mit allem, was man nicht braucht, aufgefüllt-über Rezept und auf Kassenkosten natürlich.
      Dass die Kassen nun DERARTIG dicht machen ist nur verständlich. Es sollte sich allerdings wieder ein Maß einpendeln, das für alle Beteiligten annehmbar ist. Wenn Menschen anfangen, lieber selbst „rumzudoktorn“ wirds kritisch. Der Trend geht zum Selbsthelfen: Siehe doch in den Foren im Internet! z.B.:“Hilfe, mein 3 Monate alter Sohn hat seit 3 Tagen Fieber, Rasselt beim atmen und hustet – gibts was bei DM oder Rossmann??“ Derartige Fragen häufen sich. SO soll es auch nicht sein…

  2. Hallo. Genau dieses Szenario habe ich heute mit meiner 9 Wochen alten Tochter erlebt. Habe auch unsere Krankenkasse (Barmer gek) angerufen und leider keine qualifizierten antworten erhalten. Soll noch zurück gerufen werden. Finde aber das dies ein Thema für eine Zeitung wäre. Kinder sind zu zahlungs befreit! Und es geht einfach um s Prinzip. Ich bin unglaublich empört. Dann Sollen die Krankenkassen von mir aus unnütze Prämien abschaffen oder ändern aber eigentlich haben sie noch genug Geld. Sie Sollen sich irgend etwas einfallen lassen DENN das ist einfach unmöglich

    • Kann ich nachvollziehen. Die Idee mit der Zeitung find ich klasse, meine kleine Zeitung ist dieser Blog, aber solltest du diesen Schritt gehen. Gib mir mal einen Wink ich würde den Beitrag gerne lesen.

  3. Ich denke mal, mehr als ne Standard-Antwort ist da von der KK nicht zu erwarten, wenn überhaupt. Die machen das ja nicht erst seit gestern so. Und es gibt Leute, die von Heute auf morgen mal eben mehr als 30 Euro für ihr Medikament zuzahlen dürfen…

    Als angehender Apotheker finde ich es zwar immer gut, wenn sich Menschen über diese unsägliche Praxis beschweren, allerdings wäre hier der richtige Ansprechpartner das Gesundheitsministerium. Die Krankenkassen setzen letztlich auch nur gesetzliche Vorgaben um.

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