ZOOM – Das Photo-Tutorial #01 – Grundlagen der Belichtung

Am Sonntag habe ich es ja schon erwähnt, das ich nach einer Möglichkeit suchte, meine Hobby die Digitale Fotografie und den Blog mit einander zu vernbinden. Das Resulat ist „ZOOM“ – Das Photo-Tutorial von sieweb. Von nun an wird jeden zweiten Sonntag eine Ausgabe von „ZOOM“ zum Thema Digitale Fotografie erscheinen. Thematisch wird sich ZOOM mit allem befassen was mit Digitaler Fotografie zu tun hat.

Heute in der ersten Ausgabe geht um die Belichtung in der Digitalen Fotografie. Die Belichtung ist zweifelsohne einer der wichtigsten, wenn nicht das wichtigste Kriterium bei der Entstehung von guten Fotos. Weiter möchte ich in dieser Ausgabe ohne großes Fachjargon die Grundlagen von Blenden, Verschlusszeiten und Iso-Werten vermittlen.

    Grundlagen der Belichtung

  1. Einklang zwischen Blende und Verschlusszeit

Die Belichtung ist bei jeder Aufnahme von Fotos die Kombination aus Blende und Verschlusszeit, diese beiden Parameter bestimmen wie viel Licht auf den Sensor der Kamera trifft. Somit nehmen beide wesentlichen Einfluss auf die Entstehung guter Fotos mit richtiger Belichtung.

Die Blende wird auch als Iris der Linse bezeichnet, man kann diese im weitesten Sinne mit der Pupille des menschlichen Auges vergleichen, diese erweitert bzw. verängt sich um den Lichteinfall zu kontrollieren. Eine große Blende lässt also in einer von der Verschlusszeit bestimmten Zeitspanne mehr Licht auf den Sensor fallen als eine kleine Blende.

Den Verschluss kann man um mal beim Vergleich zum Menschen zu bleiben, mit den Augenlid vergleichen. Er ist das Tor vor der Schleuse zum Sensor. Drückt man den Auslöser öffnet er sich, und ermöglicht somit den Lichteinfall auf den Sensor. Die Belichtungsdauer setzt sich also aus dem Verschluss und der Verschlusszeit zusammen, die Verschlusszeit bestimmt hierbei die Zeitspanne, wie lange der Verschluss geöffnet ist.

Ausgewählt werden diese Parameter im Belichtungsmodus eurer Kamera, die meisten Anfänger (mich mal mit eingeschlossen) neigen Anfangs dazu die Kamera in den Vollautomatischen Modus zu versetzen und einfach drauf los zu Fotografieren. Wenn man diesen Modus aber dann mal verlässt, wird man schnell merken, wie man mit etwas Kreativität und geringen Aufwand selbst die Regie über die richtige Belichtung übernehmen kann. Und dieser Aufwand wird mit Sicherheit belohnt, schnell werdet ihr den Unterschied zwischen Fantasievollen Bildern und simplen Schnappschüssen erkennen,  und da wir im 21. Jahrhundert leben, müsst ihr hier nicht mal einen Film verschwenden!

Der Wechsel in den Belichtungsmodus ist einfacher wie die meisten Anfänger denken. Man unterscheidet im Belichtungsmodus zwischen …

P = Belichtungsautomatik

Hierbei übernimmt die Kamera die Einstellung der Parameter Blende und Verschlusszeit, dennoch hat man noch die Möglichkeit eine Belichtungskorrektur (siehe unten) vorzunehmen, auch bei mir ein beliebter Modus wenn es mal schnell gehen muss. 

A = Blenden – Priorität

Dreht man das Einstellrad der Kamera um eine Stufe weiter so gelangt man geradewegs in den wohl beliebtesten Modus unter Fotografen die Blenden-Priorität. In diesem halbautomatischen Modus stellt ihr die Blende ein und die Kamera sucht die dazu passenden Verschlusszeit.

Besonders gut eignet sich diese Einstellung bei Landschaftsaufnahmen oder auch bei der Aufnahme von Potraitfotos, kurz gesagt immer dann, wenn es erforderlich ist die Schärfentiefe zu regulieren. Mit der Schärfentiefe bezeichnet man den Bereich des Bildes der scharf dargestellt werden soll, so verwendet man bei Landschaftsaufnahmen meist eine kleine Blende um so viele Details wie möglich scharf darzustellen, bei der Aufnahme von Portraits oder auch Nahaufnahmen möchte man die Auges des Betrachters bestimmt auf das eigentlich Motiv lenken, somit wird hier meist eine große Blende gewählt um die umliegenden Bereiche (Hintergrund) unscharf verschwimmen zu lassen. 

S = Verschlusszeiten – Priorität

Wieder eine Stufe am Einstellrad weiter Drehen und ihr gelangt in den Verschlusszeiten-Prioritätsmodus , einen weiteren halbautomatischen, der der ganze Gegensatz zur Blenden-Priorität ist. Hier wird die Verschlusszeit (Auch Belichtungszeit genannt) eingestellt und die Kamera wählt die dazu passende Blende.

Diese Einstellung erlaubt dem Fotografen zu bestimmen wie das Motiv dargestellt werden soll. Meist kommt diese Einstellung zum Einsatz wenn es um Bewegungen geht, die aufgenommen werden sollen. Hier entscheidet ihr ob eine Bewegung mit einer schnellen Verschlusszeit festgehalten (oft auch als einfieren bezeichnet) werden soll, oder durch die Wahl eine längeren Verschlusszeit verschwommen aufgenommen werden soll. Beispiele sind hier (Actionbilder, Sportfotografie, Aufnahmen mit Wasser, Nachtaufnahmen).

M = Manuelle Belichtungsmodus 

Der Name wird es schon verraten, hier sind jegliche Automatikfunktionen der Kamera ausgeschaltet, und der Fotograf bestimmt alle Parameter ganz allein, dieser Modus kommt bei mir nur dann zum Einsatz wenn ich mit den beiden halbautomatik Modis nicht zum gewünschten Erfolg komme, es kommt vor das man ein Bild vor Augen hat, und die Kamera nicht wirklich merkt was man eigentlich will, ist halt ein technisches Gerät ohne Sinn für Kreativität.

  2. ISO-Werte verstehen

Ein drittes Parameter aus der Digitalen Fotografie trägt den Namen ISO-Werte. Da diese einen wesentlichen Einfluss auf die gerade besprochenen Parameter Blende und Verschlusszeit nimmt. Möchte ich auch diese hier erwähnen.

Der ISO-Wert steht  im direkten Verhältnis und nimmt wie Verschlusszeit und Blende wesentlichen Einfluss auf die Belichtung. Mit dem ISO-Wert bezeichnet man die Empfindlichkeit des Sensors.

Wie wirken ISO-Werte auf die Belichtung eines Bildes

Setzt man Beispielsweise den ISO-Wert um einen ganzen Schritt nach oben (Bsp. von ISO100 auf ISO200) wird die Verschlusszeit halbiert, ein reduzieren vom ISO-Wert (Bsp. ISO800 auf ISO400) wird die Verschlusszeit verdoppeln. Demnach reduziert ein niedriger ISO-Wert die Lichtempfindlichkeit des Sensors, es wird also mehr Licht für eine korrekte Aufnahme benötigt, und diese wird dann entweder durch das Erhöhen der Verschlusszeit oder das Öffnen der Blende erreicht. 

FAZIT: ISO-Werte stehen somit noch über der Blende und Verschlusszeit, die Einstellung der ISO-Werte gibt euch somit die Kombination aus Blende und Verschlusszeit vor.

  3. Messsysteme richtig einsetzen

Um die richtige Belichtung zu finden, ist es nötig das wir uns mit einem weiteren Aspekt befassen. Das Messsystem der Kamera. Modere Digitalkameras verfügen über anspruchsvolle Belichtungssysteme, die meisten Digitalkameras unterscheiden hier zwischen 3 verschiedenen Messmethoden um die Lichtverhältnisse in einer Szene zu messen. Diese wären …

  • Mehrfeldmessung
  • Punkt- und Selektivmessung
  • Mittenbetonter Durchnschnitt

Für alle gilt hierbei das das Belichtungssystem der Kamera auf der Annahme basiert, das der Messbereich einen Intensitätswert von 18% Grau. Dem zufolge entspricht das einen Grauwert von 18%, die von der Fläche reflektiert wird.

Ich gebe zu etwas verwirrend, ich habe das am Anfang auch nicht wirklich verstanden, aber Dank Blende 8 dem Podcast von Galileo Press, komme ich jetzt ganz gut damit zu recht und kann somit Probleme in der Belichtung erkennen, und entsprechend handeln.

Fotograf Thomas Kuhn erklärt die verschiedenen Messmethoden im Detail, ohne großes Fachjargon. Ich denke manchmal sagen Bilder und Praxis nahe Beispiele mehr als 1000 Worte.

  4. Belichtung korrigieren

Wenn ihr die verschiedenen Messmethoden kennt, und mit ein bisschen Erfahrung in der Praxis seit ihr bald in der Lage, die jenen Situationen zu erkennen, in denen die automatische Belichtung der Kamera fehlschlägt und ihr könnt entsprechende Schritte einleiten um diese zu kompensieren.

Wie funktioniert die Belichtungskorrektur?

Für das Verändern der Belichtung eines Bildes gibt es mehrere Möglichkeiten, die davon abhängig sind, in welchem Modus ihr gerade arbeitet, also gedanklich noch mal neinen Absatz nach oben. Im Modus A = Blenden-Priorität wird die Blende verändert, was zur Folge hat das die Kamera auch die Verschlusszeit ändert. Im Modus S = Verschlusszeit-Priorität wird die Verschlusszeit verändert.

Eine dritte Möglichkeit die Belichtung einer Szene zu verändert, ist die manuelle Belichtungskorrektur. Die Anwendung ist denkbar einfach. Ein + Wert erhöht die Belichtung und ein – Wert verringert die Belichtung. Einzig wurde die Belivchtung dafür konzipiert um Belichtungsfehler zu kompensieren, mit zunehmender Erfahrung seit ihr aber auch in der Lage diese für kreative Zwecke zu benutzen, aber dazu in einer späteren Ausgabe von ZOOM noch mehr.

Nun möchte ich mich verabschieden und würde mich freuen wenn ihr auch zu nächsten Ausgabe von ZOOM – Dem Photo-Tutorial von sieweb wieder mit dabei seit.

Ich möchte nun nochmal kurz darauf hinweisen, das Fragen, Meinungen, persönliche Erfahrungen, Themenvorschläge, Kritik egal ob positiver oder negativer Art jederzeit erwünscht sind.

Veröffentlicht von

Hallo ich bin Enrico Baier, im besten Alter, Energiegeladen und voller Spannung! Beruflich versuche ich mich als Elektroinstallateur. Privat bin ich Vater von 3 Kindern. Neben meiner Familie betreibe ich noch das Hobby der Digitalen Fotografie, und wenn dann immer noch Zeit bleibt, nehme ich hier im Blog alles in Kreuzfeuer was mir so begegnet.

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

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  2. Dem ganzen ist nicht mehr zuzufügen bis auf:

    ISO 100 bei Sonne verwenden. ISO 200 bei trüben Wetter.
    Iso 400 in Räumen verwenden. Desto höher die ISO desto verrauschter werden die Bilder. Dazu gibt es aber bestimmt einen Beitrag!

    Und als Leitspruch noch was „wenn die Sonne lacht wähle Blende acht“. Soll heißen bei schönem Wetter einfach Iso runter und Blende-Zahl höher! Belichtungszeit sollte dann immer noch passen.

    • Hallo Daniel,

      Grundsätzlich stimme ich dieses ISO-Parametern auch zu. Für die anderen Leser möchte ich aber noch hinzufügen, das es immer auf die Situation ankommt. Will ich ein Stillleben aufnehmen, sollte ich auch bei trüben Wetter die ISO-Einstellung nicht zu hoch ansetzen.

      Letztlich sind das Ermessens Fragen die der jeweilige Fotograf selber ausprobieren und beurteilen muss. Die ISO-Einstellung gibt wie schon gesagt die Kombination Blende & Verschlusszeit vor die möglich ist, und somit muss man schauen welche ISO-Einstellung man gerade benötigt.

      Zum Thema „Rauschen“ gebe ich dir recht, bei Werten ab ISO 400 – ISO 800 nimmt das Rauschen zu (Gerade bei Brigde-Kameras wie der Lumix FZ150 oder der FUJI FILM HS30EXR, DSLR’s gehen hier meist noch etwas höher), hierzu möchte ich folgendes ergänzen. Ich persönlich kann manchmal mit etwas Rauschen mehr leben, wie mit geringer Tiefenschärfe. Denn gerade in der abendlichen Dämmerung, will ich bei Landschaftsaufnahmen dennoch Tiefenschärfe und das Verwackelrisiko gering halten. etwas rauschen nehme ich hier in Kauf.

      Aber ich habe deinen Themenvorschlag aufgenommen, werde das Thema ISO später nochmal im Tutorail aufgreifen.

      • An dieser Stelle nochmal ein Lob von mir. Deine Tutorials sind wirklich leicht verständlich. Ich werde wenn ich wieder zu Hause bin von meiner Seite aus darauf verlinken.

        Danke für deine Mühe!

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