ZOOM – Das Photo-Tutorial #04 – Grundlagen der Bildgestaltung

Wie angekündigt möchte ich 2013 meine Foto – Tutorial – Serie wieder aufleben lassen. Den Anfang macht in diesem Jahr ein Thema welches sich eine gute Bekannte der Blogszene gewünscht hat, die „Bildgestaltung“. Wie baue ich ein Foto auf, um aus eine guten eine sehr gute Aufnahme zu machen.

Im Beitrag wird es um vier grundlegende Werkzeuge der Bildgestaltung gehen, ich möchte Tipps zum Einsatz von Einführungslinien und Kompositionen geben und altbekannte Werkzeuge wie die „Drittelregel“ näher erläutern.

Jedes mal wenn wir die Kamera vor unsere Augen halten, um Fotos zu fotografieren, befinden wir uns im Modus Bildgestaltung. Und hier wird auch die Grundlegende Frage beantwortet, was ist der Unterschied zwischen „Fotografie“ und „Bilder machen“? Während einfache Bilder meist ohne Hintergedanken zum Bildaufbau und der Bildgestaltung entstehen, ist doch sehr wichtig sich über diese Aspekte Gedanken zu machen um aus einem „Bild“ einen gute Aufnahme zu machen.

Maler haben im Gegensatz zu Fotografen, einen entscheidenden Vorteil. Sie beginnen mit eine leeren Blatt und haben so die Möglichkeit dieses nach und nach zu füllen. So können Dinge verschoben, Sachen hinzugefügt oder Elemente weggelassen werden, die die Komposition verderben oder Unruhe in die Augen des Betrachters bringen.

Die Leinwand von Fotografen ist im Gegensatz mit dem Blick durch den Sucher bereits gefüllt, es gilt also bereits beim Blick in den Sucher zu entscheiden, welches Gegenstände oder welchen Teil einer Szene eingefangen werden soll.

Tipps und Tricks die bei der Gestaltung von Fotos helfen gibt es sicher jede Menge, ich möchte mich heute auf die wesentlichen konzentrieren und zeigen wie mit dem Einsatz der Drittelregel, mit künstlichen oder auch natürlichen Linien die benutzt werden um die Augen der Betrachter zu lenken, bessere Fotos entstehen können. Weiter wird es darum gehen wie Vordergründige Motive dem Foto Tiefe und Maßstab verleihen oder welchen Einfluss bestimmte Farben auf Fotos haben können.

Wer einmal den Blick für die Gestaltung von Bildern entwickelt hat, wird merken wie einfach Bilder ausgeglichener wirken und bestimmte Effekte visueller wirken.

 => Die Drittelregel

Die Drittelregel eine der am weitesten verbreitete Regel unter Fotografen. Abstammen tut diese Regel, von Künstlern die Landschaften malten. Basieren tut diese Regel, der Name wird es schon verraten, auf der Idee ein Bild in drei gleiche Abschnitte zu teilen. Dabei werden die gewünschte Schwerpunkte genau auf die Schnittpunkte dieser Drittel gelegt um die Komposition ausgeglichener zu gestalten.

Neues Bild

Dies ist eine von mir erstellte Aufnahme, ich habe das Raster zur Verdeutlichung der Drittelregel mal eingeblendet.

Es kommt nun auf die Kamera an, aber die meisten Hersteller von DSLR Kameras aber auch viele Kompaktkameras beinhalten diese Regel bereits und bieten so die Möglichkeit dieses imaginäre Raster (bestehend aus zwei horizontalen und zwei vertikalen Linien) bereits im Sucher anzuzeigen.

Dabei werden die waagerechten Linien dazu benutzt, um den Horizont zu positionieren, dabei dient die obere der Linien zum betonen des Himmels während die untere bestimmte Bereiche im Vordergrund betont. Die senkrechten Linien, dienen dann dazu um Motive wie Gebäude, Bäume oder Menschen zu positionieren.

Sommerimpressionen im Stadtpark Chemnitz

Das wäre dann die fertige Aufnahme, mit Rahmen versehen wie sie sich zur Veröffentlichung oder zum Druck eignen würde, diese ist im Übrigen eine Panoramaaufnahme, erstellt mit der Panasonic Lumix DMC-FZ150.

 => Einführungslinien

Einführungslinien machen aus einer guten Landschaftsaufnahme eine hervorragende Landschaftsaufnahme. Sie bilden für das Auge des Betrachters einen Startpunkt und frühen ihn so in das Bild hinein.

Geeignet sind hier Bäche, Flüsse, Wände oder Hecken in Landschaften, in Portraitaufnahmen sind Hände und Füße des Model geeignet um diesen Effekt zu erzielen. Grundsätzlich gilt jede Linie die in ein Bild hinein und durch ein Bild hindurch führt ist geeignet.

Unterwegs am Wasser

Den Idealfall bilden diagonale Linien die von links unten nach rechts oben führen und somit auch auf die Schwerpunkte der Drittelregel treffen. Dies kann dann nur noch mit mehreren zusammenfließenden Linien, übertroffen werden. Diese sind deshalb noch mächtige, weil sie den Betrachter nicht nur in eine Aufnahme hinein oder durch sie hindurch führen. Sie verliehen dem Bild noch Tiefe und Abstand und sorgen so für einen dreidimensionalen Effekt.

 => Motive im Vordergrund

Bilder mit Motiven im Vordergrund verleihen einer Aufnahme Tiefe und Maßstab. Hierbei wird dem Betrachter eine Illusion vermittelt, den unser Gehirn weiß, das Dinge im Hintergrund normalerweise Größer sind es wird daher der Eindruck vermittelt, das sie weiter entfernt sind.

Möglichkeiten Vordergründige Motive in der Landschaftsfotografie zu finden, gibt es viele. Es eignen sich Felsen, Treibholz oder auch Pflanzen (wie im Beispielfoto).

P1010134

Noch ein technischer Tipp, am besten eignen sich hierfür Weitwinkelobjektive oder Brigdekameras, die wortwörtlich Dinge aufnehmen die uns zu Füßen liegen, so wird auch die Perspektive übertrieben und Motive im Vordergrund werden größer dargestellt, wie sie eigentlich sind.

 => Farbe und Farbgestaltung

Farbe macht Bilder nicht nur realistisch, sie kann die Stimmungslage eines Fotos beeinflussen. Warme Farben wie Gelb und Orange wirken so beruhigend und erholsam, während grün erfrischend, blau kalt und feindselig wirken. Kompositionen mit Kontrastfarben wie Blau und Gelb oder Gelb/Rot und Grün werden dem Betrachter so noch schnell ins Auge springen. Komplementärfarben wie Rot und Gelb verleihen dagegen einen sanften atmosphärischen Eindruck.

Am Ende sei also gesagt …

Wärmere Farben wie Gelb und Orange schreiten also voran, sie wirken am Besten im Vordergrund. Während Kühle Farben wie Blau und Grün zurückweichen und somit besser im Hintergrund einer Aufnahme wirken.

P1020693

Schließlich steht fest ROT ist die mächtigste aller Farben, sie wird eine Gestaltung dominieren, auch wenn die Anteile im Bild nur sehr gering sind.

So da wären wir auch bereits wieder am Ende dieser Ausgabe von ZOOM – Dem Photo Tutorial. Ich hoffe ich konnte einmal mehr etwas Licht ins Dunkel bringen. Versucht euch in bestimmten Situationen, ein paar Gedanken zu machen bevor ihr den Auslöser drückt, dennoch aber auch der Appell werft nicht alles was nicht auf den ersten Blick gelungen scheint weg, manches kann auch mit der Bildbearbeitung noch korrigiert werden.

Wie immer sind Vorschläge für Folgeausgaben, Fragen, Anregungen, usw. unbedingt erwünscht.

Veröffentlicht von

Hallo ich bin Enrico Baier, im besten Alter, Energiegeladen und voller Spannung! Beruflich versuche ich mich als Elektroinstallateur. Privat bin ich Vater von 3 Kindern. Neben meiner Familie betreibe ich noch das Hobby der Digitalen Fotografie, und wenn dann immer noch Zeit bleibt, nehme ich hier im Blog alles in Kreuzfeuer was mir so begegnet.

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Enrico,
    danke für die prompte Bedienung. Jetzt muss ich an meiner Kamera nur noch das Raster finden und einblenden, denn theoretisch ist es verstanden. Die Praxis wirst Du sicher bald einmal zu Gesicht bekommen. Dann mache ich mir jetzt mal ein paar Gedanken zu Folgethemen, damit mein schönes ZOOM noch ganz viel öfter kommt 😀

    Liebe Grüße und schönen Sonntag

  2. Pingback: Coole Blogbeiträge Woche 8

  3. Pingback: Lesenswertes aus dem World Wide Web 1-2013

  4. Das ist ein gutes Tutorial für die Bildgestaltung! Für mich zwar nichts neues (Bin selbst Fotograf) aber für Anfänger und Fortgeschrittene gibts hier, gut erklärt, einiges zu lernen!

    Kleiner Hinweis: Bei mir wird beim ersten Bildbeispiel kein Raster eingeblendet. Weiss nicht ob es an deiner Seite oder meinem Browser liegt.

    Gruß
    Visi

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


This Blog will give regular Commentators DoFollow Status. Implemented from IT Blögg